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zu besonders wichtigen oder gelungenen Veranstaltungen gibt es auch nach dem Termin den Unterpunkt "Nachlese", damit die Dinge nicht so leicht in Vergessenheit geraten...eine Zeitlang bleibt es aber auch noch unter Termine, wenn es in den Köpfen noch sehr aktuell ist...

wir können nur einige Veranstaltungen bewerben-
schließlich ist dies kein Kalender

...also auch noch mal bei den verlinkten Seiten gucken oder auch nachfragen(" wann ist denn wo mal was zum Them XX?")



Mittwoch, 30. November 2016
Beginn 11:00 Uhr
Herdenschutz vor dem Wolf -
Erfahrungen mit Herdenschutzhunden

Gemeinsame Fachtagung
der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e.V., des
Bundesverbandes Deutscher Ziegenzüchter e.V. und der
Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V.

Erbgericht Berthelsdorf
Bischofswerdaer Straße 109
01844 Neustadt, OT Berthelsdorf


Einladung und Programm

11:00 Uhr  Eröffnung und Begrüßung
Hubert Dissen, Vorsitzender des Arbeitskreises Große Beutegreifer
11:15 Uhr  Herdenschutz in der Slowakei und Nachbarländern
Michaela Skuban, Großräuberprojekt Slowakei
12:30 Uhr  Besuch der Schäferei Eberhardt Klose und Mittagspause
14:30 Uhr  Beobachtungen zum Verhalten von Herdenschutzhunden bei Wolfskontakt sowie Einsatz und Tauglichkeitsprüfung von HSH 
in der Schweiz und Frankreich Jean-Marc Landry, IPRA  Frankreich
16:00 Uhr  Zucht- und Zertifizierung von Herdenschutzhunden durch die Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde e.V.
Linda Scholz, Zuchtwart, Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde e.V.
17:00 Uhr  Fragen zumTierschutz beim Einsatz von HSH in Deutschland
Dr. Sandra Schönreite, LGL Bayern
17:45 Uhr  Zusammenfassung


Hierzu gibt es einen Bericht unter: Nachlese


leider zeitgleich

11.Internationale Bioland Schaf- und Ziegentagung
Vom Wissen zum Handeln
11. Internationale Bioland
Schaf- und Ziegentagung
28. – 30. November 2016
in Buchenau bei Fulda

Veranstalter
Bioland e. V.
Kaiserstr. 18, D-55116 Mainz
Kooperationspartner
Vereinigung der Schaf­und Ziegenmilcherzeuger e.V. (VSZM)
Rehbergstr. 63, D-51709 Marienheide
Verband für handwerkliche Milchverarbeitung
im ökologischen Landbau e.V. (VHM)
Alte Poststraße 87, D-85356 Freising
Thünen­Institut für Ökologischen Landbau
Trenthorst 32, D-23847 Westerau
Hessischer Ziegenzuchtverband e.V. (HZZV)
Leuseler Weg 7, D-36304 Alsfeld
Hessischer Verband für Schafzucht und ­haltung e.V. (HVSH)
Kölnische Straße 48 – 50, D-34117 Kassel

Tagungsort
Schloss Buchenau
Hermann-Lietz-Str. 13, 36132 Buchenau (Eiterfeld)
Zielbahnhof ist Buchenau, Eiterfeld.

Vom Wissen zum Handeln
… ist das Motto des Veranstalters Bioland e.V. für die
diesjährige Internationale Schaf- und Ziegentagung.
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der VSZM, dem
VHM, dem Thünen-Institut für Ökologischen Landbau,
dem Hessischen Ziegenzuchtverband und dem Hessischen Verband für Schafzucht und -haltung durchgeführt.
Der Exkursionstag mit Besichtigungen von Schaf- und
Ziegenbetrieben und einem Mittagsimbiss mit regionalen Köstlichkeiten auf einem der Höfe stimmt Sie auf die Tagung ein.
Das Tagungsprogramm startet für Sie mit Ergebnispräsentationen zu verschiedenen Projekten, u. a. zur Systemanalyse der Schaf- und Ziegenmilchproduktion in Deutschland und aktuellen Betriebszweigauswertungen.
Verkauf und Marketingspielen eine zentrale Rolle, wenn
die erzeugten Produkte gewinnbringend vermarktet werden sollen. In Vorträgen und Workshops widmen wir uns diesem wichtigen Thema.
Praktiker erläutern uns ihre Erfahrungen zum Thema
Wolf und Herdenschutz mit Erfahrungsberichten zu
einem Wolfsübergriff sowie zum Umgang und Einsatz von
Herdenschutzhunden.
Eine gelungene Jungtieraufzucht sichert den Erfolg für
die Zukunft. Erfahren Sie auf der Tagung wie es geht und
auf was es ankommt.
Freuen Sie sichauf weitere interessante Vorträge.
Genuss und Unterhaltungwird Ihnen durch das traditionelle Spezialitätenbuffet von Schaf und Ziege und dem
anschließenden Abendprogramm mit den Wa(h)ren DorfFrauen geboten.
Nutzen Sie die Tagungzur individuellen Weiterbildung
und zum Austausch mit FachkollegInnen aus Praxis,
Beratung und Wissenschaft. Wir freuen uns auf Ihre
Teilnahme.

Parallele Arbeitsgruppen
A1: Milchziegen und Milchschafe
8:30  Durchmelken als Ziel – Wie komme ich dahin?
p Gwendolyn Manek, Bioland e.V., Hamm
9:15   Ein Licht geht auf!
Bedeutung und Umsetzungsmöglichkeiten
von Beleuchtung im Stall
p Daniel Werner, Fachhochschule Bielefeld
B1: Herdenschutz
8:30  Der erste Wolfsübergriff
Erfahrungsbericht eines Praktikers
p Achim Koop, Bioland-Schäfer, Wesel
9:00   Einsatz von Herdenschutzhunden
Erfahrungsbericht aus der Praxis
p Knut Kucznik, Schäfermeister, Altlandsberg
C: Marketing Workshop
8:30    Marketing und Storytelling
Produkten ein unverwechselbares Gesicht
geben
p Martina Merz, mërz punkt, München
Durchgehend bis 12:30 Uhr!
10:00  Kaffeepause
A2: Tiergesundheit Schafe und Ziegen
10:30  Situation und Möglichkeiten der Sanierung
von Paratuberkulose in Deutschland
p  Prof. Dr. Ganter,
Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover
11:30  Paratuberkulose – Monitoring und Sanierung
am Beispiel Niederlande
p N.N. (NL), angefragt
B2: Herdenschutz
10:30  Aktuelle Erkenntnisse aus dem Projekt
„Herdenschutzmaßnahmen in der Weidetier­
haltung für Baden­Württemberg”
p  N.N.,  Landesschafzuchtverband
Baden-Württemberg, Stuttgart
11:00  gemeinsame Diskussion
11:30  Vom Life+ Projekt Wetterauer Hutungen
zur regionalen Biodiversitätsberatung für
schaf­und ziegenhaltende Betriebe
p  Markus Hofmann, PlanWerk –
Büro für ökologische Fachplanungen, Nidda
p  Dr. Ilona Gebauer, GEBAUER Unternehmens
beratung, Wetzlar
12:30  Mittagessen
Veränderungen gestalten
14:00  Vom Wissen zum Handeln – Veränderungs­
und Umsetzungskompetenz entwickeln
p Jan Gröner, Bioland e.V.
15:30  Tagungsabschluss
16:00  Kaffee und Kuchen

Alle Fotos: © Bioland e.V., Gwendolyn Manek
Vorbereitungsteam
p  Andreas Kern, Gwendolyn Manek, Gabi Pieninck,
Sarah Peters; Bioland e.V.
p  Eckhard Holloh, Regino Esch;
Bioland Bundesfachausschuss  Schafe/Ziegen
p  Sebastian Schäfer, VSZM
p  Marc Albrecht-Seidel, VHM
Tagungskosten
für Mitglieder beteiligter Verbände 130,– € bzw. 185,– € für Andere.
Frühbucherrabatt bei Anmeldung bis 12.10.2016: - 30,– €
Exkursionsbeitrag für Mitglieder beteiligter Verbände 70,– € bzw.
80,– € für Andere
Verpflegung/Übernachtung:siehe Anmeldeformular
Bezahlung aller Beiträge und Kosten bar vor Ort. Alle Preise inkl.
gesetzliche MwSt. Bei kurzfristiger Absage bzw. Nichtteilnahme fällt eine Stornogebühr in Höhe von 30,– € zzgl. der Verpflegungs- und ggf. Unterkunftskosten an.

Anmeldung
Bitte schriftlich mit anhängendem Anmeldeformular bei:
Bioland e.V. Tagungsbüro
Bahnhofstr. 15 b, D-27374 Visselhövede
Tel. 00 49/ (0) 42 62 / 95 90-70
Fax  00 49/ (0) 42 62 / 95 90-50
E-Mail: tagungsbuero@bioland.de

In Kooperation mit:
p  Vereinigung der Schaf- und
Ziegenmilcherzeuger e.V.
(VSZM)
p  Verband für handwerkliche
Milchverarbeitung im
ökologischen Landbau e.V.
(VHM)
p  Thünen-Institut für
Ökologischen  Landbau
p  Hessischer Ziegenzucht
verband e.V. (HZZV)
p  Hessischer Verband für
Schafzucht und -haltung e.V.
(HVSH)

B2: Welche Schaf­und Ziegenmilchprodukte
sucht der Markt? Produktdifferenzierung
16:00  Gute Produkte verdienen gute Preise –
Preispolitik in der Praxis
p  Marc Albrecht-Seidel, VHM, Freising
p  Sabine Jürß, Scellebelle, Münster
p  Anja Wolff, Jakobsberger MilchHandwerker,
Jakobsberg
17:00   Produktdifferenzierung:
Neue Produkte – Bessere Preise
p  Dipl. Ing. Insa Petersen,
IP Ingredients GmbH, Süderlügum
p  Marc Albrecht-Seidel, VHM, Freising
Abendprogramm
19:00  Spezialitätenbuffet von Schaf & Ziege
20:00   Die  Wa(h)ren  Dorf­Frauen  Langeweile auf dem Land von wegen!
Die Wa(h)ren Dorf-Frauen reden nicht um den
heißen Brei herum. Sie machen keinen Nonsens
und keine Comedy, nein Kabarett mit Unterhal
tungswert, das vor fast nichts zurückschreckt.
Witzige Songs, groteske Szenen und alltäglicher
Wahnsinn, übertrieben aber auf Grundlage
scharf beobachteter Ereignisse dargestellt.
Anschließend gemütliches Beisammensein
Exkursionen
Exkursion
Zustiegab Fulda Hbf gewünscht
(Hinweis:Umsetzung abhängig von Teilnehmerzahl)
Arbeitsgruppen

Di, 29.11.:
Jungtieraufzucht   Lämmeraufzucht
Produktdifferenzierung   Kitzaufzucht

Mi, 30.11.:
Milch  Tiergesundheit
Herdenschutz     Marketing Workshop

B1: Welche Schaf­und Ziegenmilchprodukte
sucht der Markt? Produktdifferenzierung
14:00  Marktentwicklung – Preise – Kalkulationen
p  Irene Leifert, Bioland e.V., Hamm
C: Kitzaufzucht
14:00     Grundlagen und Herausforderung
der Kitzaufzucht
p  Dr. Katja Peter, Ziegenhof Peter, Greußen
15:30  Kaffeepause
A2: Lämmer­und Jungtieraufzucht
16:00  Optimierte Jungtieraufzucht –
Hier wird der Grundstein gelegt
p  DI Christine Braunreiter,
Landwirtschaftskammer Oberösterreich (A)
17:00   Tiergesundheit in der Lämmer­und
Jungtieraufzucht
p  N.N.,
Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover
Dienstag, 29. November 2016
8:00   Anreise, Einchecken, Stehkaffee
8:30  Begrüßung
Betriebswirtschaft
9:00  Ergebnisse aus der Systemanalyse Schaf­
und Ziegenmilch­Produktion in Deutschland
p  Gwendolyn Manek, Bioland e.V., Hamm
9:30  Aktuelle Ergebnisse der Betriebszweig­
auswertung Ziegenmilcherzeugung
p  Martina Kronast,
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Freising
10:00  Erzeugungskosten in der Lammfleisch­
produktion – Kostenkalkulation verschiedener
Betriebstypen
p  Tobias Wagner,
Dr. Florian Wagner & Partner, Pliezhausen
10:30  Kaffeepause
Vermarktung
11:00  Bio­Lamm­und Kitzvermarktung –
Aktuelle Situation, Herausforderungen,
Lösungsansätze, Ausblick
p  Andreas Kern, Bioland e.V., Esslingen
11:30  Weil sie es wert sind!
SchaZie­Produkte selbstbewusst verkaufen
p  Riko Eggert, Bioland e.V., Rendsburg
12:30  Mittagessen
Parallele Arbeitsgruppen
A1: Lämmeraufzucht
14:00  Grundlagen und Herausforderung der
Lämmeraufzucht
p  Andreas Kern, Bioland e.V., Esslingen
Programm
Montag, 28. November 2016
Exkursionen
8:30  Abfahrt am Tagungshaus
*Option: Zustieg Fulda Hbf, siehe Anmeldebogen
p  Christiane Geiger und Dieter Michler,
Gemünden
800 Merinolandschafe, Ackerbau, Bioland
p  Monika und Wolfgang Schudt, Schöllkrippen
180 Milchziegen, Mutterkuhhaltung, Milch-
und Fleischverarbeitung und Direktvermark
tung, Ackerbau, Naturland
p  Reinhard und Stefan Heintz, Hüttenberg
180 Milchschafe, 45 Milchziegen, 250 Merino
landschafe, 70 Rhönschafe, 35 Suffolk,
Herdbuchzuchtbetrieb,  Milchverarbeitung
und Direktvermarktung, Bioland
20:00  Abendessen
anschließend gemütliches Beisammensein


Informationsveranstaltung
Die Bezirksvorstände der beiden Bezirke Ostwestfalen Nord und Ostwestfalen Süden laden
alle Mitglieder des Schafzuchtverbandes NRW in diesen Bezirken und alle Interessierten aus
den Nachbarbezirken zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung ein.

Sie findet statt
am Dienstag, 29. November, 19.30 Uhr
in Dörentrup, Hotel Zum Begatal, An der Bundesstraße 2 (B 66)
(Tel. 05265 94640)


Bernd Hibbeln aus Dortmund (Schäferei, Herdbuchzucht und Schlachtbetrieb) berichtet zu marktfähigen Schlachtkörpern von Fleisch - und Landschafen.
Diesen Vortrag ergänzt Daniel
Luis, Schäfer aus Büren, mit seinen Erfahrungen zur Handelsvermarktung von Fleischschafen.
Georg Flötotto aus Verl berichtet über seine Landschaf-Direktvermarktung. Zeit für eine
interessante Diskussion ist eingeplant.
Aktuelles zum Wolf, Termine und ein paar Bilder aus dem vergangenen Jahr in Schafzuchtverband und Züchtervereinigung runden den Abend ab.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. Auch interessierte Nichtmitglieder sind willkommen.


Gourmet trifft Graser

Am 29.September gibt es im Stall von Waldemar Lixfeld überhaupt nichts zu meckern- die Schafe grasen auf der gegenüberliegenden Weide, der Stall selbst ist zum Gourmetrestaurant mit Freiluftküche umfunktioniert:

die Initiative „Westfälisch genießen“ und der Kreisverband der Schafhalter Siegerland und Umgebung hatten eingeladen- unter der Moderation von Christian Klein- Wagner vom Deuzer Gasthaus Klein – einem Überzeugungstäter in Sachen regionaler Küche.

Sein Anliegen: die Bedeutung der Schäferei für die regionale Küche auch schmeckbar zu machen. „Wir möchten dazu beitragen, dass die regionale Küche erhalten, aber auch weiterentwickelt wird“, sagt Klein-Wagner. Deshalb stünden bei ihm auf der Speisekarte auch mal Klöße und Rotkohl, neben experimentellen Gerichten wie Lammburger. „Unser Gasthaus ist ein typisch-siegerländisches Haus. Wir sind von hier, wir leben gerne hier und möchten das auch über unsere Küche weitergeben.“ Der Ansatz der Nachhaltigkeit ist für ihn gleichbedeutend mit dem Wunsch, möglichst das ganze Tier zu verwerten.

Mit einem von derzeit 28 Kollegen der Initiative, Axel Schmidt, Bochum, „Zum Neuling“, zaubert er Feldsalat mit Kürbischutney und Lammfilet, geräucherte Lammkeule mit Wirsing und „Dibbedost“ und hausgemachte Wiesenlammmettwurst mit Schnippelbohnengemüse auf stilvoll dekorierte weiße Tafeln. Unterstützt von hervorragenden Helfern in Küche und Service gelingt ein Gesamtkunstwerk der besonderen Art. Mit einer Botschaft, die eigentlich nicht neu ist, die es aber neu zu entdecken gilt:

was in den Pfannen vor der Stallwand duftet, kommt aus der Region: Transparenz, kurze Beschaffungswege und hohe Produktqualität sind Kriterien, die für die Initiative zu einer guten regionalen Küche gehören. Heute steht das Lamm im Mittelpunkt: regionale Schafzucht und ihre Produkte, in ihrer eigenen Vielfalt und der Vielfalt der kochkünstlerischen Bearbeitung.

Der Verein „Westfälisch Genießen“, gegründet am 20. Februar 1990, vergibt unter anderem das Warenzeichen „Westfälisch Genießen“ an Restaurants. „Für unsere Initiative ist die Kooperation mit regionalen Erzeugern wie dem Schafzuchtverband sehr wichtig, da so die Kette, die ein Produkt durchläuft, nachvollziehbarer wird“, resümiert Kirsten Grundmann, Pressesprecherin von „Westfälisch Genießen“.

Da bietet es sich an, bei schönstem Wetter vor Schafkulisse Produkte vom Lamm zu kosten und sich gleichzeitig ein Bild von artgerechter Haltung und Vermarktung zu machen. „Es geht darum, wieder mit mehr Genuss und bewusster Fleisch essen zu können“, betont Oliver Schneider, Vorsitzender des Kreisverbands. „Regional erzeugte Lebensmittel und auch die anschließende Direktvermarktung sind für uns wichtige Themen“, ergänzt er.

Der Schafhalterverein ist 1960 aus einer Bockhaltervereinigung hervorgegangen. Heute hat er 75 Mitglieder mit 1200 Schafen in 19 Rassen, vorzugsweise Fleischschafe. Die meisten Betriebe sind eher klein; der größte Betrieb ist die Bioland-Schafhaltung Küthe mit einer Landschaftspflegeherde und einer Milchschafherde, aus deren Direktvermarktung die hervorragende Käseplatte zum Abschluss des Menüs stammt (www.gutesvomschaf.de).

Mehr zum dem regen Schafhalterverein demnächst unter:
www.Schafe-im-Siegerland.de

Schafhaltung ist nicht nur für die Küche bedeutsam, sondern leistet „ganz nebenbei“ einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Naturschutz. So verhindert von Schafen gepflegtes Grünland zum Beispiel Bodenerosion, produziert Sauerstoff und entzieht der Atmosphäre CO2. Hier sind sich die stellvertretende Landrätin Jutta Capito, Dr. Ingrid Wallfahrt vom MKULNV als engagierte Verfechterin regionaler Vermarktungsprojekte und die Vorsitzende des Schafzuchtverbandes NRW, Ortrun Humpert, einig. Letztere erinnert zwischen allen begeisterten Tönen daran, dass diese Leistungen und der gesamte Schutz der Artenvielfalt nur von den Schafhaltern erbracht werden können, wenn sie außer Lob auch handhabbare Strukturen, planbare auskömmliche Einkommen und verlässliche Abnehmer erhalten.

Die vielen fleißigen Hände, die den Aufbau dieser Außengastronomie der ganz anderen Art erstellt haben, sorgen am Ende auch dafür, dass der Stall wieder zum Stall wird.

Doch soll nicht alles so sein wie zuvor – erste Anzeichen für eine Intensivierung zielgerichteter Zusammenarbeit seitens des Ministeriums sind bei der Schafhaltung bereits eingegangen.
Kooperation lohnt, wie der Blick über den Tellerrand. Um so leichter, wenn der so lecker gefüllt ist.

 


Erster Nolana-Landschaftag im Hammerhof

 

Zum ersten Nolana-Landschaftag begrüßte Ulf Helming, Nolana-Landschafzüchter aus Augustdorf, rund 100 Züchter und Besucher, die sich aus ganz Deutschland, der Niederlanden, Österreich und der Schweiz aufgemacht hatten. Sommerwetter am Waldinformationszentrum, und bereits am Eingang Pferche mit eindrucksvollen Nolana-Schafen verschiedenster Aussteller und Züchter.


Zu Beginn hielt Ulf Helming einen Vortrag über Zuchtziele und Rassestandards der Nolana-Landschafe, in dem er auch auf die Herdbuchzucht einging, vor der sich mancher noch scheut.
Im Anschluss stellte Urs Jäger, ebenfalls Nolana-Landschaf-Züchter, eine interessante Züchtungssoftware zur Inzuchtvermeidung innerhalb der doch recht kleinen Population vor.

Andreas Humpert, VDL-Rasseauschussvorsitzender Landschafe, beurteilte im Anschluss einzelne Tiere. Er begleitet das Projekt schon von Anfang an innerhalb von NRW und freute sich über die enormen Zuchtfortschritte. Die Besitzer waren gern bereit, seine Anmerkungen zum jeweiligen Schaf für das Publikum hörbar zu machen- so konnten alle von den ausführlichen und gut verständlichen Kommentaren profitieren, die sich von körperlichen Grundvoraussetzungen eines Landschafes über diverse Leistungsmerkmale bis zu kleinen Tipps bei der Vorführung eines Tieres erstreckten (letztere wurden von den Besitzern umgehend umgesetzt, so dass sie ihre Schafe umgehend professioneller vorstellten - zur Begeisterung des Richters und des Publikums).           

Bei der anschließenden Hütevorführung zeigten Kelpies unter Michael Krummes Kommando an einer 50-köpfigen Nolanaherde von Helming, wie Ausbildung und tägliche Arbeit mit Koppelgebrauchshunden funktioniert. Ulf Helming kommentierte dies auch für Einsteiger gut verständlich.

Im Zuge des Nolana-Landschaftages wurde zum Abschluss die Jahreshauptversammlung des Nolana-Netzwerk Deutschland e. V. abgehalten, die aufgrund einer Erkrankung des Ersten Vorsitzenden Minhorst vom Altmeister und Stellvertreter Friedrich Melchior geleitet wurde.

Nähere Informationen auf der Seite des Nolana Netzwerkes Deutschland http://www.nolana-schafe.de

 


Zur Fachtagung der Naturschutzakademie nua in Recklinghausen am 21.9.2016 gibt es eine Zusammenfassung auf den Seiten des Landesfachausschuss des NABU:

http://www.nrw-wolf.de/rueckblick-fachtagung-woelfe-unterwegs-in-nrw-in-recklinghausen-am-21-septemb

Es drängt sich der Eindruck auf, dass in Zeiten, in denen nichts Spektakuläres passiert, ein etwas zu ruhiges Fahrwasser entsteht. Gerade solche Zeiten müssten genutzt werden. Dies versucht vor allem Moderator Michael Blaschke immer mal wieder hervorzulocken.

Fakten rund um die aktuellen Entwicklungen von Gesa Kluth, gewohnt sachlich und gut recherchiert- mit der Aussage, wer sich nicht benähme, sollte entnommen werden; das schadete der Population nicht. Hier ist sie sich einig mit Frank Faß, der zum Verhalten referiert.

Die Arbeit des Senckenberg-Instituts wird vorgestellt. Am Beispiel Niedersachsens auch das Auftreten auffälliger Wölfe.

Im LANUV ist man zufrieden mit der geleisteten Öffentlichkeitsarbeit (der Förster), mit dem Managementplan (der die Dokumentation abdeckt) und mit dem Entwurf einer Förderrichtlinie (zu der die Verbände Stellung genommen haben, bis dato allerdings ohne Rückmeldung).
Die Nutztierhalter können mit diesem Entwurf überhaupt nicht zufrieden sein, da elementare Forderungen bislang nicht umgesetzt wurden.
Eine grob zusammenfassende Stellungnahme des Schafzuchtverbandes zu dem bislang noch nicht veröffentlichten Entwurf findet sich in den neuesten Schafnachrichten.

Der NABU-Vorsitzende Tumbrinck stellt auf (Humperts) provokativen Vorschlag, wenn man denn die Schäfer so liebte, könnte man ja von jeder Wolfspatenschaft einen Betrag von z.B. zwei € abzweigen, einen (schon seit Jahren im gemischten Gremium angedachten) Fonds in Aussicht, der abdecken können sollte, was das Land nicht darf...dies sollte nicht dazu führen, dass letzteres sich aus der Verantwortung stiehlt.
Ein gutes Beispiel liefert hier Sachsen, wo 80% vom Land, 20% von der Heinz-Sielmann-Stiftung kommen.
Ein solcher Fonds müsste gespeist werden von eigentlich allen Organisationen, denen Tiere, gepflegte Landschaft, intakte Deiche und Almen usw. am Herzen liegen ...

Und da landet man dann schnell bei der Forderung, die der Kollege aus Brandenburg so schön auf den Punkt gebracht hat: mit gescheiten Zäunen und Herdenschutzhunden kann Nutztierhaltung auch in Anwesenheit des Wolfes funktionieren- vorausgesetzt, wesensfeste geprüfte Hunde werden eingesetzt ...und die Tierhalter geschult. Diese Form aktiven Naturschutzes muss von der Gesellschaft bezahlt werden.

Genau dies steht auch in den Forderungen der Nutztierhalter- in wolfsfreien Zeiten könnte man nun endlich anfangen, diese Dinge umzusetzen...


 

Landesleistungshüten der AAH-NRW in der Eifel

Schon wieder sah es aus, als verregnete auch das diesjährige Hüten – aber Petrus hatte diesmal ein Einsehen mit allen Aktiven: zum ersten Mal fand ein Hüten im Bezirk Eifel statt.

Und dessen rege Mitglieder hatten eine Rassendemonstration auf die Beine gestellt, ein großes Zelt schützte die Gäste vor dem erwarteten Wetter. Hinter dem Tresen wirbelten die regionalen Helfer mit den Getränken; ein Wagen mit warmer Verpflegung, einer mit Schafbedarf und ein Infostand der Viehzentrale waren da… Bei der AAH gab es Informationen zu den Hütehundschlägen, Kaffee und Kuchen sowie Schafwurst und mehr zum Mitnehmen nach Hause.

Vor herrlicher Kulisse der Wacholderhänge hatte man ein gut einsehbares Hütegelände vorbereitet, in dem eine sehr schöne Herde vorzugsweise Bentheimer Landschafe (mit einem Zackelschaf) aus dem Betrieb von Werner und Irene Kulling die Hüter vor schwierige Aufgaben stellte, wollten sie sich doch partout nicht alle zusammen in die gleiche Richtung bewegen.

Als erster musste André Schwendel sich mit den temperamentvollen Schafen arrangieren; er und seine beiden Füchse Anni und Max hatten es vermutlich am schwierigsten, schon das Auspferchen war eine spezielle Herausforderung.

Das nächste Los zog Johannes Liese mit Max und Lux vom Erlengrund – bei diesem Team gab es Probleme bei Furche Halten

Als dritte versuchte sich Simone Müller mit Hummel und Piefke, bei denen die Richter das Stellen leicht bemängelten, aber das beste Enge Gehüt sahen

Zum Schluss trat Michael Tigges als Gasthüter an; er hatte nur einen Hund dabei: Jedde, eine Kreuzung aus Altdeutschem mit Grönendahl. Dies Team hatte als letztes einen besseren Zug in der Herde und zeigte die beste Brücke.

Die Richter Lutz, Reuter und Bauer berücksichtigten die schwer zu leitende Herde in ihren Urteilen und mahnten die mehr als üblich zu erteilenden Befehle an die Hunde nicht zu stark an. Auch mit guten Hunden sei es ein schwieriges Arbeiten an dieser Herde. Alle Hüter gingen sehr ruhig mit der Situation um, die von Gisela Hibbeln fachkundig kommentiert auch den Unerfahrenen unter den zahlreichen Gästen vermittelt wurde.

Letztendlich sahen die Hüterichter Simone Müller mit 85 % vorn. Sie erhielt auch den Wanderpokal des  jährlich im Wechsel stattfindenden Freundschaftshütens NRW- Niedersachsen, für das es diesmal keinen separaten Termin gegeben hatte .

Mit 84 % zweiter wurde Michael Tigges.

Den dritten Platz erreichte André Schwendel, der am 17./18.9 die Landesgruppe NRW beim Bundesleistungshüten in Duderstadt-Herbigshagen vertreten wird.

So blieb für Michael Liese nur der vierte Platz.

Allen, die zu einem sehr schönen und harmonischen Hüten beigetragen haben, ein herzliches Dankeschön. Wir werden gern wieder in den Bezirk Eifel kommen

 


VDL- WDL-Delegation zu Besuch beim Sheep Event in Malvern 

 

Das Agriculture & Horticulture Development Board (AHDB), vergleichbar mit der früheren CMA in Deutschland, hatte Vertreter von VDL und WDL zum Besuch des Schaf-Events in Malvern eingeladen. VDL und WDL nutzen diese Gelegenheit für Gespräche mit Vertretern des Dachverbandes für den Schafsektor NFA sowie des ABCD. Das Vereinigte Königreich weist über 30 Mio. Schafe auf; Deutschland ca. 1,6 Mio. Schafe. Von jedem Schlachttier gehen  als automatische Abgabe 60 Pence vom Tierbesitzer und 20 vom Schlachtbetrieb an die Gesellschaft, so dass allein im Schafbereich 15 Millionen nur für Marketing, und Weiterbildung der Betrieb zur Verfügung stehen. Da blickt man schon etwas neidvoll auf ein Land, das hinter seinen Schafen steht.

Der Einladung war der gute Kontakt von VDL und WDL zum AHDB vorausgegangen. Der frühere CMA Mitarbeiter Dr. Schäfer, mit dem die VDL und WDL seinerzeit eng zusammengearbeitet hatte und dem auch der Erwerb des Demonstrationskühlwagens zu verdanken ist, war anlässlich der ANUGA mit einer Delegation in Deutschland und besuchte Betriebe im Rheinland. 

Er referierte auch bei der WDL-Mitgliederversammlung über die Vermarktungsaktivitäten der englischen Lammfleischbranche, u.a. in Deutschland. Schließlich sind Erzeuger und Vermarkter im Vereinigten Königreich über die Zahlung von Absatzfondsmittel bereit und in der Lage, umfangreiche Absatzwerbemaßnahmen durchzuführen. Diese Gelder werden auch für von Brüssel kofinanzierte Werbeprojekte in der europäischen Gemeinschaft eingesetzt. Brüssel trägt 70 % der Kosten, wenn die Wirtschaft selber 30 % der Kosten trägt. Für Absatzwerbung in Drittländer stellt die EU- Kommission sogar 80 % der Gelder zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

An der Reise nahmen für die VDL der Vorsitzende J. Lückhoff, sein Stellvertreter A. Gimber sowie die Vorstandsmitglieder O. Humpert, W. Schmücker, Dr. E. Brüggemann und das Landesvorstandsmitglied aus NRW K. Wey teil. Für die WDL nahmen der Vorsitzende J. Baumann mit seinen Neffen Erik und David sowie das Vorstandsmitglied J. Nesges und der VDL-/WDL-Geschäftsführer Dr. St. Völl teil.

Begonnen wurde die Reise mit dem Besuch der Haupterwerbsschäferei von Mr. S. & Ms. H. Morris in Wernoog. Das Ehepaar betreut seit 1970 ca. 1.000 Mutterschafe der Rasse Lleyn in zwei Gruppen. Die Arbeit auf dem Betrieb wird vom Betriebsleiter, seiner Frau und seit Februar mit dem fest angestellten Vollzeitschäfer Tom „Ernie“ Richards bewältigt.  Man arbeitet in einem geschlossenen Kreislauf und kauft nur beste Böcke zu, remontiert sämtliches weibliche Zuchtvieh aus dem eigenen Bestand.

 


Der Betrieb verfügt über 230 Hektar Grünland (soweit wir sehen konnten, fest eingezäunt)- dies Jahr habe es ausnahmsweise viel geregnet, im allgemeinen seien die Flächen eher karg im hügeligen und windreichen Herefordshire.
Geimpft wird gegen ansteckendes Verlammen. Genotypisierung kostet gegenüber Deutschland das dreifache und wird nur für den Export benötigt, wo noch einmal 40% Aufschlag hinzukommen. Morris möchte über Selektion robuste, gesunde Schafe erzielen, die möglichst wenig behandelt werden müssen.
Die Hälfte der zu vermarktenden weiblichen Tiere (etwa 300) gehen über fünf Verkaufsveranstaltungen der Lleyn-Gesellschaft, um Werbung zu machen. Wer als Lamm nicht fit genug ist, für 100 Pfund verkauft zu werden, wird über Winter mit Kraftfutter versorgt, um als Jährling 150 Pfund einzubringen. Die Schlachttiere werden solange wie möglich im Grünland gehalten, um im Januar in die Endmast zu kommen, damit im März Platz für die neuen Lämmer ist.

Teile der deutschen Delegation mit Stuart Morris und Helen Pickersgill, die eine kleine Herde eigener Schafe besitzt und sich auf marktgerechtes Fleisch von Hammeln und Altschafen spezialisiert hat, das sie auch für die Morris-Farm bewirbt und im Schlachthof ihres Mannes verarbeiten lässt.

 

 

Am Vorabend des Schaf-Events war die deutsche Delegation neben weiteren ca. 400 Gästen, u.a. aus Frankreich, Österreich etc., auf Einladung des englischen Dachverbandes (National Sheep Association) NSA, zum traditionellen Dinner eingeladen. Natürlich gab es für die Gäste auch leckeres Lammfleisch.

 

Der Folgetag wurde ganz dem Besuch des Schaf-Events in Malvern gewidmet. Eine Veranstaltung, die alle zwei Jahre an nur einem Tag stattfindet und mehr als 10.000 Besucher aus der gesamten europäischen Gemeinschaft anzieht. U.a. wurden auch engagierte Züchter aus Deutschland getroffen.

Namhafte Wirtschafts-beteiligte aus dem Schafsektor präsentieren Neuigkeiten auf der Ausstellung, die speziell auf die Fachbesucher der Schafbranche zugeschnitten ist. Viele Informationen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit stehen dem britischen Schafhalter ohnehin ganzjährig auch als Beratung zumeist kostenlos zur Verfügung. In Malvern gab es zusätzlich Workshops und Seminare zu Kennzeichnung und Dokumentation, zum Grünlandmanagement, zur Produktivitätssteigerung in der Herde und im Verkauf. Besonders interessant vor dem Hintergrund natürlichen Witterungsschutzes war ein Vortrag der Vorteile von Bäumen und Hecken im Grünland.

Im Wettbewerb war der Zaunbau zu beobachten, parallel wurden an anderer Stelle Border Collies versteigert, die zuvor an einer Schauherde ihre Fähigkeiten zeigen mussten, so dass die Besucher die Hüteeigenschaften direkt begutachten konnten. Hier wurden  Steigpreise von über 2.500 £ erzielt.

Die einzelnen Schafrassen wurden ebenso vorgestellt und aktiv beworben wie Produktionstechniken rund um die Schafhaltung. Interessant, dass es nicht nur für die etwa 200 Rassen eigene Zuchtorganisationen gibt, sondern dazu nochmals etliche Vereinigungen, die sich um spezielle Kreuzungstiere kümmern, die sehr einheitlich sind und dem uninformierten Zuschauer durchaus als eigene Rasse präsentiert werden könnten.

 

Welsh Mule: Vater Blue Leicester Mutter: Stammherde Welsh

 

Vorgestellt wurde beispielsweise eine sehr bestaunte Technik aus Australien, bei der innerhalb weniger Sekunden die Schafbadung stattfindet und anschließend die Behandlung der Schafe über einen Drehmechanismus im Verlauf des Triebkanals deutlich erleichtert wird. 

Gespräche wurden mit den Verbandsvertretern des NSA, des ABCD wie auch dem Wool Board geführt, das jährlich in 22 Wochen ca. 30 Mio. kg Schafwolle verauktioniert. Auch hier werden über die Schafwolle Mittel für die Werbung abgeführt

Auch die Verbände präsentieren sich, ebenso wie die Versteigerungsgesellschaften, die 50 % der Schlachtlämmer jährlich für die Erzeuger vermarkten. Ferner wurde der Tiergesundheit eine wichtige fachliche Bedeutung beigemessen. Es war aus Gesprächen zu entnehmen, dass  50 % der Haupterwerbsschäfer im Vereinigten Königreich Betreuungsverträge mit den Tierärzten haben.

 

Aus dem Gespräch mit den Verbandsvertretern aus Frankreich wurde erneut deutlich, dass in Frankreich weiterhin die gekoppelte Mutterschafprämie Anwendung findet; mit 14,00 €/Mutterschaf plus 9,00 €/Mutterschaf, wenn die Vermarktung über die gewerblichen Schlachtbetriebe nachgewiesen wird. Der weitere Zuschlag bei Nachweis einer Mindestquote aufgezogener Lämmer pro Jahr, wurde mittlerweile von der Regierung gestrichen. Jungschäfer erhalten zusätzlich für die ersten drei Jahre weitere 6,00 €/Mutterschaf. Die Verbandsvertreter bestätigten die Einschätzung, dass die Bestandsentwicklung in Frankreich deutlich rückläufiger wäre, wenn die gekoppelte Prämie abgeschafft werden würde. Dies widerspricht der Einschätzung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, das davon ausgeht, dass der Wegfall der Kopfprämie im Schafsektor zu keiner Verschärfung des Bestandsabbaus in Deutschland geführt hat.

Zum Thema Herdenschutz wurde ebenfalls bestätigt, dass dieser in Frankreich Kosten in Höhe von jährlich 21 Mio. € verursacht, 19 Mio. werden über das Agrar- und 3 Mio. € über das Umweltministerium getragen. Auch wenn der Wolf im gleichen Anhang wie für Deutschland eingeordnet ist, werden in 2016 36 Wölfe entnommen, ein Vorgang, der durch den Jagdverband vorgenommen wird.

Am letzten Tag, der ursprünglich für die Heimfahrt vorgesehen war, hatten  die Organisatoren der deutschen Delegation noch den Besuch  eines Schlachthofes ermöglicht, der entsprechend der Nachfrage u.a. aus Deutschland Halal- Lammfleisch mit und ohne vorherige Betäubung anbietet. Dabei wurde den Besuchern deutlich, dass u.a. die lebensmittelhygienischen Standards bei weitem nicht denen der deutschen Schlachtstätten entsprechen. Dennoch gilt ein Dank den Organisatoren wie auch dem Schlachthof, die für die deutsche Besuchergruppe die Tore geöffnet haben und auf die vielen Fragen ausführlich eingegangen sind.

Offen blieb bei der Exkursion die Antwort auf die Frage, welche konkreten Auswirkungen der Schafsektor im Vereinigten Königreich auf den Brexit erwartet. Man hofft grundsätzlich, dass es zu keinen großen Veränderungen kommen wird. Schließlich ist das Vereinigte Königreich für Deutschland ein Exportland, das im letzten Jahr mehr als 8.000 t Lamm exportiert hat.

Die Teilnehmer danken ganz herzlich dem AHDB, Dr. Schäfer sowie dem Organisator der Reise R. Saunders.

(VDL/Humpert)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Berichte zum Ersten Herdenschutztag

Wochenblatt 21-2016 https://www.wochenblatt.com/fileadmin/downloads/

http://www.nw.de/lokal/kreis_paderborn/lichtenau/lichtenau/20801760_He...


Erster Herdenschutztag in Ostwestfalen-Lippe

Am 21.5. fand der lange geplante, durch etliche Bestätigungen des Wolfes in NRW unerwartet aktuelle Herdenschutztag im Forstzentrum Hammerhof statt. Die Kooperationsveranstaltung des Schafzuchtverbandes und der Landwirtschaftskammer, des Regionalforstamtes Hochstift und des NABU-Landesfachausschusses Wolf als Auftakt zu weiteren Veranstaltungen- aus Mangel an Landesinitiative zum Herdenschutz dann eben aus eigenen Kräften.

Es ging nicht um Grundsatzdiskussion, ob wir den Wolf wollen, sondern um konstruktive Maßnahmen, wie Weidetiere zu schützen sind, wie die Versicherungsfrage beantwortet werden kann, wie in anderen Ländern und aus verschiedenen Blickwinkeln die Situation sich darstellt und wie die betroffenen Bereiche zusammenarbeiten können, um auch in Zukunft möglichst schadenfrei alle Teile der Natur sichern zu können. Naturgemäß schaflastig, war dennoch großes Interesse bei Mutterkuh- und Pferdehaltern.

Schon in der Eröffnungsrunde, moderiert vom Leiter des Regionalforstamtes, Roland Schockemöhle, wurde deutlich, dass der Wolf alle beschäftigt: während die Förster die Öffentlichkeitsarbeit für das Land abdecken, möchte der NABU (hier vertreten durch Thomas Pusch, LFA- Sprecher) den Boden für den Rückkehrer bereiten. Hier sieht man durchaus die Schwierigkeiten der Weidetierhalter, insbesondere der Schäfer – letztere können das Thema nur schwer sachlich betrachten, geht es doch um ihre Existenz. Dies machten Dr. Ernst Brüggemann als Kammervertreter sowie Geschäftsführer des Schafzuchtverbandes und Ortrun Humpert als Verbandsvorsitzende deutlich:
die wahrgenommene Politik des Aussitzens und der einseitigen Betrachtung von Artenvielfalt und Tierschutz stößt auf berechtigte Kritik, ebenso wie unzureichende bzw. gar nicht vorhandene Förderrichtlinien. Hier wäre nicht die beständige Wiederholung von Hülsen angesagt, sondern zeitnahe echte Auseinandersetzung mit z.B. den Anmerkungen des Schafzuchtverbandes, mit dem man sich angeblich abgestimmt habe - Abstimmung allerdings bedeutet nicht, dass man Argumente anhört und sich nicht darum kümmert.

Manche im Publikum geäußerten Ideen zur Selbsthilfe sind vielfältig, nicht unbedingt zielführend. Weder Politiker noch Wölfe lassen sich einfach eliminieren, und markige Forderungen können populistisch und vereinfachend kurzfristig punkten, bringen aber der Nutztierhaltung vermutlich nichts. Der Vorstand des Schafzuchtverbandes hat sich für hartnäckige, aber nicht-aggressive Diskussion ausgesprochen.

Konstruktiv waren die umfassenden Informationen der verschiedenen Zaunanbieter (Weidezaun-Info, Göbel, Horizont) über diverse Systeme. Sie hatten zwischen den Infoständen der Organisatoren Demonstrationszäune verschiedenster Art aufgebaut, hielten zudem jeweils vertiefende Vorträge- wiesen aber auch darauf hin, dass hundertprozentige Sicherheit nicht garantiert werden kann.

Fünfzehn Rhönschafe aus der Schäferei Ralf Bauer, Marsberg, mahnten, dass dreißig Jahre Zucht einer bedrohten alten Rasse schnell verloren gehen können, wenn nicht angemessen über vernünftige Strukturen zu Prävention, Entschädigung und auch Regulierung auffälliger Wölfe nachgedacht wird. Der souveräne Herdenschutzhund aus diesem Betrieb, der zwischendurch in die Koppel gebracht wurde, präsentierte den Besuchern und ihren Hunden eindrucksvoll, dass ein auf hiesige Verhältnisse und gut mit der Herde sozialisierter Wächter für jene, die keine Gefahr darstellen, auch keine Gefahr ist.
Hierzu gab es später auch einen Vortrag von Ortrun Humpert aus den Erfahrungen der AG-Herdenschutzhunde rund um die Arbeit mit diesen Tieren.

Der Wolfsbeauftrage des Schafzuchtverbandes NRW, Ulf Helming, veranschaulichte dem sehr gemischten Publikum die schwierige Situation der Schafhaltung, die durch den Wolf dramatisch verschärft wird.

Der Bericht aus Schleswig-Holstein musste wegen Erkrankung des Referenten ausfallen; kurzfristig konnte mit dem Vergleich der aktuellen Situation in Niedersachsen, woher vermutlich die nächsten abwandernden Jungwölfe über die Grenze nach NRW kommen, und der Lage in Sachsen als dem Bundesland mit der ersten Wiederbesiedlung durch Wölfe die Lücke gefüllt werden – Ergebnis: wir sollten von den Nachbarn lernen und bestimmte Fehler jetzt vermeiden. Es kann nicht sein, dass die weidenden Garanten der Biodiversität und ihre Halter aufgeben, weil sie keine Perspektive mehr sehen. Bei allen Programmen zu Artenschutz und Tierwohl sowie dem Erhalt wichtiger Flächen von Deich bis FFH-Gebiet muss die hochgelobte Weidetierhaltung im plötzlich als wertvoll erkannten Grünland endlich angemessen behandelt werden.

Haftpflichtversicherungsschutz ist laut Albert Ziegler, R+V , gegeben, ob es sich um Hunde oder Wölfe handelt. Unberechtigte Forderungen Geschädigter werden abgewehrt, berechtigte bezahlt. Auch wenn die Tiere nicht wolfssicher, aber hütesicher eingezäunt sind, wird der Schaden beglichen- vorausgesetzt, er wird umgehend gemeldet. Wer allerdings wiederholt und auf Aufforderung seinen Zaun nicht hütesicher hält, kann den Schutz verlieren. Zaundokumentation ist also sehr wichtig, ebenso die aid-Broschüre „Sichere Weidezäune", an der sich Versicherer wie zukünftig zu erstellende Förderrichtlinien orientieren.
Eine Rahmenhaftpflichtversicherung senkt das Risiko, bei wiederholten Übergriffen durch Wölfe aus dem Vertrag zu fallen. Was nicht das Problem löst, ob Betriebe bei fortgesetzten Übergriffen die dann steigenden Prämien bezahlen können. Oder ob der Bereich irgendwann wegen mangelnder Rentabilität für die Versicherer gar nicht mehr versicherbar ist (analog Hochwasser an diversen Flüssen).
Eine Abhilfe- auch im Rahmen von de-minimis-Regelungen oder Ausnahmefällen, wo Handeln erforderlich ist, egal, ob es dazu eine Verordnung gibt oder nicht- wäre ein Fonds, in den diejenigen (Verbände?) einzahlen, die von Weidetierhaltung profitieren.

Försterin Friederike Wolff (sie hieß schon so, als sie nur Wildkatze und Luchs zu bearbeiten hatte) berichtete von Biologie und Umgang mit dem Wolf seit 2009, als der hessische „Reinhard" den ersten Besuch in NRW abstattete. Bereits vor diesem Besuch hatte der Schafzuchtverband ein Positionspapier erarbeitet, der an Aktualität nichts verloren hat- leider ohne Umsetzung.

„Hausherr" Förster Jan Preller, der im Hammerhof ein Forum für konstruktive Diskussionen zur Verfügung gestellt und den Tag leichtfüßig moderiert hat, entschied aufgrund vorgerückter Stunde, den Film „Die Schäfer" nicht mehr zu zeigen, der auch weniger Eingeweihten eindrucksvoll die unverzichtbaren Leistungen der Schafhaltung dokumentiert. Das wird beim nächsten Herdenschutztag in einem anderen Teil von NRW nachgeholt- in der festen Überzeugung, dass Informationsaustausch und Gesprächskultur alle weiterbringen, umfassend, ehrlich und sachorientiert. Vielleicht schließt sich zukünftig auch unsere wolfmanagende Verwaltung in diesem Sinne den Gesprächen an.

 

 

 


Verbandslehrfahrt des Schafzuchtverbandes NRW vom 13.-15.5. in die Niederlande

Wie jedes Jahr hatte das Organisationsteam mit Rudi Welter und Karl Wey keine Mühen gescheut, eine informative, vielseitige Tour zusammenzustellen. Mit bewährtem Busunternehmen, liebgewonnener Fahrerin und vierzig buntgemischten Schafhaltern aus ganz NRW.

Diesmal ging es nach Amersfoort, die zweitgrößte Stadt der Provinz Utrecht.

Zunächst besuchten wir den Zerlegebetrieb der Firma Polderlam. (http://www.polderlam.nl/de/     facebook: https://www.facebook.com/Polderlam). Hinter diesem Namen steht das Konzept, mit natürlicher Fütterung und ortsnaher Erzeugung Qualität an den anspruchsvollen Kunden im Marktsegment größerer Einzelhandelsketten heranzukommen. Man kauft niederländisches und englisches Lamm (und wünscht sich auch deutsches), um es dann als marktgerechte Einzelstücke in vielerlei Variationen (vakuumiert; pur, oder mariniert) im jeweiligen Land (und nach Belgien und Frankreich) zu verkaufen.

Zwanzig Mitarbeiter in richtig gut (und teuer ausgestatteten) Räumlichkeiten verarbeiten pro Woche 1500 geschlachtete Tiere. Während der Informationszeit schwitzen wir in Schutzanzügen mit Hauben und Überschuhen - da sind die kühlen Verarbeitungsräume sehr angenehm.

Hier sehen wir alles: von der Zerlegung über Sortierung, Marinade (auch hier nur ein Partner: Verstegen macht Kräutermischungen, Marinaden etc.)  Vakuumierung und Etikettierung bis zur Transportverpackung je nach Reiseziel.

Der Schlachtraum soll von Utrecht verlegt werden, um weitere Transportwege einzusparen. Jeder, der dazwischen arbeitet, verdient mit. Jeder Transport verursacht extra Stress und verringert die Qualität- an der hinge alles: höhere Ansprüche, mehr Verantwortung, Vorausschauen auf zukünftige Entwicklungen.

Mit Altschafen und Überschweren ließe sich in Deutschland noch Geld verdienen, in den Niederlanden nicht mehr.

Fazit: Schäfer müssen sich auch auf Entwicklungen einstellen: der Markt braucht 20 bis 23 Kilo am Haken; Lebendgewicht maximal 50/51 Kilo- alles darüber ist Fett („weißes Fleisch“).

Wir können frischer liefern als Neuseeland.

Wir müssen anbieten, was gewünscht wird.

Welches ist das gute/richtige Schaf? Das, mit dem Geld verdient wird. Wir müssen die Produkte am Markt haben, wenn wir Geld verdienen wollen. Und am Produkt muss eine Geschichte hängen.

Alles Erkenntnisse, die es auch bei uns gibt. Wer nimmt hier viel Geld in die Hand, um welches zu verdienen? Wer kann? Wer will?

Nach so viel Information und Appell ist erstmal Ruhe angesagt, und so schippern wir, gesponsert von unserem Busunternehmen Dirk Baum, über die Grachten von Amersfoort (http://www.amersfoort-rondvaarten.nl/wie-zijn-wij.html). Mit Fährfrau Nelly, die zu Waterlijn gehört, einer gemeinnützigen Organisation aus Ehrenamtlichen über 50, Durchschnittsalter siebzig. Die betreiben sieben Kähne und vermitteln auf ihren Grachtentouren die gesamte Information über die Geburtsstadt von Piet Mondrian, welche aufgrund ihres guten Quellwassers besonders viele Brauereien hatte. Eine existiert noch und soll ein sehr gutes Bier brauen- allerdings liegt unser Hotel der Kosten wegen etwas außerhalb, und so probieren wir an der Bar das Lieblingsgetränk des Königs, natürlich in orange. Die Abende sind lang, die Nächte nicht so – auch das gehört zur Verbandsfahrt.

 

Am zweiten Tag besuchen wir die Sortieranlage der van Veens. Zunächst das Informationszentrum, ganz neu mit blitzender Küche, damit man die Köche für die Schau auch direkt vor Ort hat. Alles in einer Hand eben. Kaffee, Tee und Gebäck – und Videos mit eindeutiger Werbebotschaft für ein schlüssig durchdachtes Konzept.

Weil die Fütterung die Fleischqualität entscheidet, hat man mit genetisch gleichen Lammgruppen verschiedenste Futterszenarien getestet und daraus ein eigenes Kraftfutterrezept entwickelt, womit Weidelämmer zusätzlich gemästet werden- ein Gemenge aus Maissilage und Zuckerrübenschnitzeln, alternativ Erbsen, zusätzlich Apfeltrester. Für Texel, die wenig Fett ansetzen, darf das Futter energiereicher sein. Die großen Tiere, die wir gesehen haben, haben eine Ausschlachtung von 52 %.

Fleischerzeugung ausschließlich über Grundfutter funktioniere eher nicht, obwohl die Niederlande mit guten Böden und fantastischem Klima für Weide wie Ackerbau gleichermaßen geeignet seien.

Erich Rhöse hat allerlei Kontakte innerhalb der Niederlande hergestellt und begleitet uns rund ums Polderlam; ab und zu muss er übersetzen, aber eigentlich ist die Verständigung kein Problem.

Vorbei am Fuhrpark - im großen Stall, ähnlich den Auktionsställen in England, werden bei Anlieferung die Einzeltierkennzeichen gescannt und mit den Begleitpapieren verglichen. Wer die Nachweise nicht dabei hat, kann sie schnellstens nachliefern - sonst werden die Tiere totgespritzt. Harte Bandagen mit Lerneffekt. Es sei viel Leberegel- Kontrolle sei nötig – bei den vielen Wasserläufen naheliegend.

Van Veen kauft alles- jedes Tier habe seinen Wert, ggf. auch einen negativen - ??? Hier müssen wir bei Gelegenheit nochmal nachfragen.

Nach 120 Stunden müssen alle angelieferten Tiere den Viehsammelplatz verlassen haben - zu magere zum Aufmästen (nur zur Schlachtung). Pro Woche ungefähr 5000, zu den Pfingstfeiertagen allein 1500. Es gibt eine extra Sortieranlage für bis zu 1700 Lämmer aus einer Lieferung.

Wir sehen auch Lämmer, die nach dem van Veen`schen Rezept auf der Weide mit Zusatzfutter gemästet wurden- alle aus einem Guss.

Van Veen ist seit vier Generationen im Schlachtgeschäft; der Urgroßvater begann mit dem Schlachten von Kaninchen für Großbritannien, der Großvater erweiterte dies um Ziegen, der Vater um Schafe- Klaas van Veen macht nur noch Schafe.

Bei direkter Beziehung Erzeuger- Verarbeiter kann der Schafhalter ungleich höhere Preise erzielen, wie uns die dortigen Schafhalter anhand ihrer Zahlen vermitteln (auch wenn man da schnell Angst vor Monopolstellung bekommt – Entwarnung: es gebe in den Niederlanden vier große Vermarkter).

Klaas van Veen sagt dazu: „Wer nicht teilen will, kann auch nicht verdienen“. Offenbar funktioniert es, und wir wünschen uns etwas Ähnliches bei uns.

Erhalten das Angebot, in die Niederlande zu vermarkten, damit man von dort aus auch deutsche Ketten beliefern könne.

(Viehhandel van Veen: Kweldijk 2, 5305 VM Zuilichem Telefon: 0031 418 671 327 – falls das Telefonieren auf Niederländisch zu schwierig ist, bietet Erich Rhöse seine Mithilfe für weitere Info an: 0031 622 498 021)

Anschließend besuchen wir die Firma Veno Stalleinrichtungen und inspizieren das umfangreiche Angebot.    Praxistest inbegriffen: auch Menschen lassen sich mit dem Klauenpflegestand bequem kippen.

Ein spannendes Sortiment, für das wir hier aber keine Werbung machen werden, trotz deren 25-jährigen Bestehens in diesem JahrJ (http://www.venostal.nl) bzw. Info über Peter Kronenberg (http://www.echt-schaf.de)

Der nächste Betrieb ist ein Stammbuchbetrieb mit klassischen Holländischen Texeln, Ad Klaver. (http://www.adklaver.nl) 68 Jahre alt ist der Betriebsinhaber, hält seine Schafe und bezieht Rente. In den Niederlanden muss man sein Land dafür nicht verpachten. Praktikanten helfen beim Klauenschneiden und wenn nötig beim Umsetzen. Die Tiere bleiben drei Wochen auf einer Fläche, ab Mai wechseln sie nach zwei Wochen. Dies Jahr hat Klaver dreißig Flaschenlämmer am Automaten.

Er züchtet seit Jahren neben Fruchtbarkeit und Robustheit extrem auf Wurmresistenz und entwurmt seit 2011 nur noch die Lämmer. Die Lammzeit findet aus Platzgründen in Intervallen statt zwischen dem 20.01. und dem 15.04., es gibt vier Gruppen, die jedes Jahr mit einem anderen Bock verpaart werden. Die Lämmer werden drei Wochen nach dem Austrieb entwurmt, einmal im Mai und dann im August. Nach dieser Entwurmung selektiert er die Lämmer für seinen eigenen Bestand, bei denen sich am wenigsten Wurmeier finden (Wurmeier zählen sei die sicherste Methode). Mit Leberegeln gebe es in seiner Gegend keine Probleme, gegen Fliegenmadenbefall würden die Lämmer beim Absetzen behandelt

Nach einem speziellen Auswahlsystem selektiert er Böcke und züchtet auf Basis seiner „resistenten“ Mutterschafe. 250 Schafe sind auf dem Betrieb; ein Viertel der männlichen Nachzucht wird zur Zucht verkauft, der Rest zum Schlachten. Von den weiblichen Lämmern behält er das beste Viertel. Bei den Einjährigen Muttern hat er ein Ablammergebnis von 1,7, bei den älteren 2,25 (zwei aufgezogene). Er erzielt ordentliche Preise: Bocklämmer 400,-, Mutterlämmer 150,-, Schlachtlämmer 100,-, dazu Flächenprämie.

Weiter geht es zu einem Schafbetrieb mit 600 Muttern auf 27 ha Grasland. Der junge Betriebsleiter erklärt uns, die Ehefrau arbeite drei Tage Teilzeit, anders reiche es nicht.

Die Märzlämmer sind schon draußen. Die jüngeren Lämmer mit ihren Müttern und die Masttiere geraten in Panik, als so viele Besucher den hellen Stall stürmen, und so gehen wir wieder vor die Tür und bekommen das einzige Mal auf dieser Fahrt Regen und Wind außerhalb des Busses zu spüren.

Morgens und abends gäbe es Kraftfutter, ansonsten Fütterung nach Bedarf und Warmtränke.
Vier Hektar verpachtet er zur Vermehrung von Tulpenzwiebeln und bekommt dafür alle vier Jahre 4200,-€ Pacht pro ha. Wenn die Zwiebeln aus der Erde sind, wird flugs Gras eingesät; Fläche ist knapp.

Überhaupt interessant - wir sehen keine Brachflächen. Überall wird gewirtschaftet. Abwechselnd Tulpen, Gemüse, Pferde, Kühe, Geflügel, Schafe- wenig Zäune, viele Gräben.

Konkurrenz im Grünland auch hier. Hohe Flächenzulagen haben die Milchkuhhaltung gefördert, nun sinken die Milchpreise- man braucht neue, junge Schafhalter. Seit 2015 ist Schäfer ein Ausbildungsberuf (Ausbildungsordnung nach deutschem Muster, erarbeitet vornehmlich von Seeler und Rhöse). Davor galt in den Niederlanden die Bezeichnung Schäfer auch für jemand, der nur zehn Schafe hatte. Entsprechend wurde bei allem ein Tierarzt konsultiert (daher die vielen Praxen pro Ort).

Andre Kühn ist seit zwei Jahren im Nationalpark „Sallandse Heuvelrug“, einem Sandheidegebiet, verantwortlicher Schäfer. Er hat Aufträge zur Begrasung und wird pro Tag bezahlt, bei monatlicher Abrechnung. Die Heideflächen hat er gepachtet.
Den ein oder anderen unter uns würde die Flut an Radlern, Joggern und Wanderern wahnsinnig machen (ab acht Uhr dreißig bewegten sich die Menschen durch das Gebiet) - allerdings achteten die Ranger sehr darauf, dass den Schafen nichts passiert; da wäre man extrem streng.

Den Winter über bewegen sich die Schafe auf den Flächen der Bauern. Die Herde besteht aus Drenthe-Heideschafen, Coburgern, Bentheimern, einigen und Burenziegen. Mittlerweile hat Kühn eine Schäferin eingestellt, wird weiterhin unterstützt über derzeit zwei Freiwillige. Der Betrieb kann zwei Ställe nutzen, die von unterschiedlichen Vereinen gehalten werden.; die Abrechnung erfolgt über Arbeitsaufträge Von dort aus gibt es auch Unterstützung in bürokratischen Fragen. „Für das, was André anfänglich hier verdient hat (mehr als in D), würde hier keiner arbeiten“, erklärt uns eine Unterstützerin.

Die Lämmer werden im Alter von 8 bis 9 Wochen abgesetzt, weil die Mutterschafe sie in der Beweidung von Heide, Birke und Bentgras nicht länger ohne eigenen Rückgang aufziehen können.

Auf der Rückfahrt besuchen wir Horst Seeler, der in feuchterer Heidelandschaft arbeitet. Seine Herde ist der Landschaft angepasst; sie besteht aus ursprünglich vierzehn verschiedenen Rassen auf hälftiger Basis von Ile-de-France bzw.Charollais- Muttern, zur anderen aus Bentheimern. 350 Muttern, 70-80 Jährlinge, etwa 50 Ziegen werden gehütet. Seit zwei Jahren ist er hauptamtlicher Schäfer bei der Stiftung „Stichting“, die zuvor nur mit Freiwilligen gearbeitet hat. Neben weiteren Hilfskräften und einem zusätzlichen Freiwilligen ist ein extrem aktives Ehepaar geblieben, Menschen mit Herzblut bei der Sache. Sie regelt u.a. die Dokumentationen, er hütet mit gängigen, aber nicht mehr jungen Hunden. Da ist noch viel zu tun.

Einsatz großer Schafherden war bislang in den Niederlanden etwas unorganisiert, bestätigt Seeler die Aussagen von Rhöse und Kühn.

Auf den Moorflächen brauche er sieben bis acht Stunden, um die Schafe satt zu bekommen. Alle wollten Naturschutz, aber keiner stelle Flächen zur Verfügung, auf denen man die Schafe satt bekomme. Auch hier reicht die Futterqualität nicht aus, Lämmer fertig zu bekommen, die Lammzeit liegt im Januar und findet seit Seelers Regie im Stall statt. Eigenes Heu und Silage werden genutzt.

Seit 2003 sei ein neuer Stall in Planung, der nun in die Endphase komme. Mit starken Sponsoren und guter Vorbereitung rechne man mit einer endgültigen Bauzeit von sechs (!) Wochen. Viel Geld- aber auch viel Reglementierung.

Wir bekommen, schon in Deutschland und knapp hinter dem Grenzstein, Kaffee und leckeren Kuchen  (danke, Katharina Seeler- auch für das Einsammeln der Wanderer, die den Weg statt im Bus zu Fuß gemacht haben und kurz vor dem Ziel im dichtbelaubten Wald das wegweisende Bundewehrzelt nicht sehen konnten…die Wegbeschreibung passt nur im Winter).  Dazu die Bauplanung vorgestellt - und eine Einladung für den Oktober, wenn alles fertig sein soll.

Alle Betriebe erhalten das klassische Geschenk – Wacholder aus schafbeweidetem Naturschutzgebiet, mit hölzernen Schnapsbechern. Großartig, dass man immer wieder hinter die Kulissen gucken darf, auf seine Fragen auch ziemlich offene Antworten bekommt. Das erweitert den Horizont - besonders in so netter Gemeinschaft.

„Jedes Mal, wenn ich von der Verbandsfahrt komme, bin ich voller Energie und neuer Ideen für meine Schafhaltung“ – diese Aussage eines Teilnehmers bringt es absolut auf den Punkt.

 

 

 

 

Am 3.Mai fand ein tolle Frühjahrsauktion der Rassen ,  Schwarzköpfiges Fleischschaf Shropshire und Suffolk auf Haus Düsse statt. Ein guter Bericht hierzu unter

https://www.landwirtschaftskammer.de/duesse/rueckblick/2016/2016_05_03_schafauktion.htmAnständige
Preise und Qualitäten, die man auch gern in Kölsa auf der Elite gesehen hätte.

Da hatten wir auch schon gute Teilnehmer aus NRW -aber weitere dürfen sich gern zukünftig auch dort anmelden. Ein Sieger aus Kölsa:

Helmut Filies mit seinem Suffolk Bock


Am 22. und 23. Januar 2016 fand in Berlin im Rahmen der Internationalen Grünen Woche die 1. Bundesschau Schafböcke statt.

185 Zuchtböcke aus 39 Schafrassen traten in Wettstreit, nach Herkunft in regionale Gruppen eingeteilt. Es wurde gleichzeitig in drei Ringen gerichtet, im k.o.-System, d.h. ohne zweite Plätze.

Zunächst ermittelte man aus der jeweiligen Rassen neben den Wollsiegern die Klassensieger, aus denen dann die besten Tiere zu Bundessiegern ernannt wurden.

Unter diesen wurde das perfekteste Tier der jeweiligen Region ermittelt – aus diesen Konkurrenten schließlich der Bock mit Höchstpunktzahl aller Preisrichter als Siegertier „Mister Berlin“.

Je nach Anzahl der Züchter und Böcke waren einige Ringe besonders stark; so traten viele Pommersche Landschafe und Coburger in den Wettstreit, während manche Rassen konkurrenzlos (somit ohne Chance auf Bundessieg) waren.

Nachfolgend nur die NRW- Sieger– die gesamten Ergebnisse finden sich in der nächsten „Schafzucht“.

Im Ring „Wirtschaftsrassen“ traten die Merino-und Fleischschafrassen gegeneinander an;  Preisrichter Burkhard Schmücker (NRW) und Karl Bauer (Baden-Württemberg) gaben Klassensieger-Auszeichnungen  an die Shropshire-Böcke Kat.-Nr. 42 und 47 aus dem Betrieb Reckmann in Dülmen.

Im Ring „Landschafe Küste-Heide-Moor“ richteten Michow Schröder (Schleswig-Holstein) und Heiko Schmidt (Weser– Ems/Niedersachsen). Hier konnte der Betrieb Gröning, Wadersloh, für den Bock der Grauen Gehörnten Heidschnucke Kat.-Nr. 95 eine Auszeichnung als Klassensieger mit nach Hause nehmen, ebenso die GbR Thoms& Richterich, Ennigerloh, für den Rauhwolligen Pommern Kat.-Nr. 99. Ferner die Schäferei Humpert, Marienmünster, für Kat.-Nr. 129, Weiße Gehörnte Heidschnucke, und bei den Weißen Hornlosen Heidschnucken zum einen der Betrieb Bax, Lage mit Kat.-Nr. 144, zum anderen Betrieb Havermeier, ebenfalls Lage, für Kat.-Nr. 148.

Im Ring „Landschafe Mittelgebirge-Alpine Rassen- Ausländische Rassen“ (Preisrichter Josef Grasegger (Bayern) und Andreas Humpert (NRW))  gab es Klassensiege für das Braune Bergschaf mit Kat.-Nr.154 aus dem Betrieb Hanne, Remscheid, für Kat.-Nr.166- ein Coburger Fuchsschaf, wiederum aus der GbR Thoms& Richterich, Kat.-Nr. 176 von Ute Sprock aus Voerde sowie für das Tiroler Bergschaf Kat.-Nr.202 von Burkhard Schmücker, Büren.

Wollsieger wurden Suffolk-Bock Kat.-Nr. 55, Horst Thomas, Rietberg
Shropshire Kat.-Nr.42, Reckmann
Weiße Gehörnte Heidschnucke Kat.-Nr. 131 ,Deter, Spenge
Weiße Hornlose Heidschnucke Kat.-Nr.148, Havermeier
Braunes Bergschaf, Kat.-Nr.154, Hanne
Jakobsschaf Kat.-Nr.174 , Haffner, Essen
Tiroler Bergschaf Kat.-Nr.202, Schmücker

Bundessieger wurden:

42 Shropshire - Reckmann

95  Graue Gehörnte Heidschnucke - Gröning

99 Rauhwolliges Pommersches Landschaf - Thoms&Richterich

144 Weiße Hornlose Heidschnucke - Bax 

154  Braunes Bergschaf -  Hanne

166 Coburger Fuchsschaf -Thoms& Richterich

176 Jakobsschaf – Sprock

Bundeschampion, Regionenchampion und Mister Berlin wurde Kat.-Nr. 11, ein Merinolandschafbock von Jens-Uwe-Otto aus Thüringen

Von 29 Bundessiegern kamen 7 aus NRW, von 32 Wollsiegern ebenfalls 7.

Leider war NRW bei den Champions nicht mehr vertreten – aber daran arbeiten die Züchter in Hinblick auf die 2.Bundesschau Böcke. Und die soll es geben – mit noch mehr Teilnehmern (zwei- wie vierbeinig) und mindestens soviel Gemeinschaft und Spaß wie dieses Mal.

 


Youngster Skudde in schwarz
altgedienter Skuddenbock, leider nur Platz zwei

trotz ohrmarkenbedingten Schlitzohres ein toller Moorschnuckenbock
Platz zwei - in einer Gruppe von vier Tieren mit insgesamt einem Punkt Unterschied -alle NRW :-)

Weiße Gehörnte Heidschnucke, anderthalbjährig, leider nur zweiter Platz
altgedienter WGH-Bock, Bundessieger 2014 und Klassensieger 2016